Im Zwielicht – von Wolfgang Brosche

Für Christian, Stefan, Katharina

 

Das Photo eines kleinen Jungen: fremd zwischen Einzelteilen der Märklinbahn. Im Hintergrund der Tannenbaum wie jedes Jahr geschmückt nach dem Willen der Mutter mit Silberkugeln und Lametta. Das Photo – Schwarz-Weiß. Farbe lohnt nicht. In dieser Familie ist Weihnachten nicht bunt.

Der Junge schaut ratlos, nicht bloß weil der Vater mit der Eisenbahn mehr anfangen kann als er, er blickt auch enttäuscht, denn viel lieber hätt´ er ein Kaspertheater gehabt. Das aber wollt´ ihm die Mutter nicht schenken, denn dazu gehören ja Puppen – und Jungens spielen nicht mit Puppen, sagt sie.

Ein paar Jahre später haben die Großeltern seinem Betteln nachgeben – sein ganzer Stolz: ein blaues Klapptheater mit Rollvorhang und sechs Puppen; Weichplastikköpfe – kein Holz: Kasper, König, Krokodil, Prinzessin, Polizist und Großmutter. Schenkt man ihm Puppen dazu, am Geburtstag, zum guten Zeugnis, leuchten seine Augen.

Er spielt Märchen nach, erfindet Stegreifstücke, läßt die Prinzessin das Krokodil heiraten und lacht sich drüber kringelig. Die Mutter schüttelt den Kopf. Er bastelt aus Pappe und Leukoplast Dekoration – die Mutter versteht das nicht, denn das Theater hat doch den auswechselbaren Prospekt: auf der einen Seite die Biedermeierstraße, die Gute Stube auf der andern – das muß doch reichen!

Wenn die Kinder aus der Nachbarschaft nicht mehr zuschauen wollen und lieber im Sandkasten wühlen, spielt er für sich weiter allein und findet es schade, daß er noch nicht schreiben kann, um seine Ideen aufzuzeichnen. Aber er hat ja ein prima Gedächtnis, lernt leicht Gedichte und Reime und merkt sich alles.

Spielt er so für sich allein, nennt ihn die Mutter Stubenhocker, drängt ihn nach draußen auf den Hof – was soll er da? Sinnlos hinter Bällen herjagen oder Kinder, die kreischen, fangen? Die Mutter nennt ihn Mäkelheini. So wird er doch nie Freunde haben. Anpassen muß er sich schon mal, sich unterordnen, nicht immer die erste Geige spielen mit seinem Theater.

Die Sorge der Mutter schlingt sich um ihn. Der schürft sich nicht wie die Nachbarsbuben die Knie auf und klettert nicht auf Bäume. Der hockt auf der Gartenbank und verkriecht sich in ein Buch. Sie schimpft ihn Sissy – bevor er kam, hat sie gearbeitet als Kindermädchen für britische Besatzungssoldaten. Deshalb spricht sie  Englisch und kennt solche Wörter wie Sissy – aber sie sagt ihm nie, was das bedeutet, Sissy. So wie sie´s zischt, kann es nichts Gutes, nichts Lustiges sein. Du Sissyboy!

Die Jungen gleichen Alters in der Straße spielen Fußball und rasen mit den Rädern um die Wette und stürzen und zeigen stolz ihren Schorf an den Knien. Fußball ödet ihn an, atemlos hinter dem Ball herhetzen, Quatsch. Aufs Fahrrad steigt er wie ein Mädchen, sagt seine Mutter, im Stand – er ist schon verkehrt mit dem Roller gefahren und trat mit dem rechten Fuß, wie ein Mädchen, nicht mit dem linken wie sich´s gehört für einen Jungen.

Du stehst auch immer da wie ein Mädchen, ein Junge hält den Arm nicht so wie du – angewinkelt vor dem Bauch wie eine Primaballerina. Wein nicht, wenn ich mit dir schimpfe, das ist nur zu deinem Besten. Ich schimpf mit ihm und der weint auch noch wie ein Mädchen! Du wirst nie ein richtiger Junge!

Warum zeigt der Friseur von nebenan nur Plakate mit Frauen, aber nicht mit Männern? Weil Frauen sich für Männer schönmachen müssen, Kind! Stell doch solche Fragen nicht! Männer müssen nicht schön sein! Die Mutter kriegt düstere Augen wenn er so etwas fragt. Er merkt sich´s und fragt bald nicht mehr.

Bevor er in die erste Klasse kommt, an einem Morgen im März, sagt die Mutter ernst: Wir gehen jetzt zum Onkel Doktor – und nimmt ihn fest bei der Hand, damit er nicht weglaufen kann.

Warum? Ich bin doch nicht krank!

Das verstehst du nicht, das muß sein, sonst kannst du nicht in die Schule! Sonst wirst du kein Mann!

In der Praxis riecht´s komisch, alles ist weiß und gewischt und gewienert. Das müßte der Mutter gefallen. Die zieht ihm seine Hosen aus. Vergeblich krallt er sich in den Bund.

Jammer nicht, soll denn der Doktor denken, du wärest ein Waschlappen?

Festgebunden auf dem Tisch kann er sich nicht mehr rühren. Die Schwester hält ihm einen Wattebausch über die Nase und träufelt Stinkendes darauf. Ob er schon zählen könne?

Das kann er doch: eins, zwei und drei, was kommt nach dr…?

Zuhaus im Bett erwacht er. Pipi machen muß er. Er kommt allein nicht hoch, es wird ihm schwarz vor Augen. Die Mutter stützt ihn zur Toilette, zieht große Wattebäusche von seinem Männlein. Die letzte Schicht blutig, da tut´s ihm weh, das Männlein; und als der  Strahl herausschießt, schreit er. Das brennt, das Pipi, wie Feuer.

Nun mach nicht so ein Theater, das kann dir gar nicht wehtun, das ist doch noch betäubt. Benimm dich wie ein Junge.

Vom Wohnzimmer ruft der Vater, der hat mal geboxt, der muß es wissen: Ein Indianer kennt keinen Schmerz!

Na, dann kannst du dich mal um das Gebaumele kümmern, du bist doch der Vater, das müßt ihr Männer unter euch ausmachen, mit euren Dingern!

Nee, Mutter, das kann ich nicht, das Blut, du weißt doch, kann ich nicht sehen.

Memme, mahlt die Mutter zwischen den Lippen, ganz leis, damit der Vater das nicht hört – oder hat sie den Sohn gemeint?

Keiner erklärt ihm, warum man da unten geschnitten hat und genäht, er entdeckt die blutig verkrusteten Fäden. Auswendig lernt er den Anblick wie die Reime und Verse, wie seine Kaspertheaterstücke.

Vier Wochen danach in Nachbars Garten. Er ist erst sechs, der Sohn der Nachbarn dreizehn. Der Jochen ist groß und so stark, der baut Zelte auf für die Kinder der Nachbarschaft, mit bloßem Oberkörper. Das blonde Haar fließt dem leuchtend in die Stirn mit dem Schweiß. Der Jochen ist viel stärker und schöner als er. Ob man dem auch am Männlein geschnitten hat – er faßt all seinen Mut und fragt ihn, ob der mal sein Männlein sehen will, das operierte, und ob er das seine betrachten darf. Der Jochen tut, als würd er das nicht hören.

Tage später fragt er ihn noch mal, der Jochen aber windet sich.

Der Nachbar schickt den Jockel aus, doch der kommt nicht nach Haus, fällt ihm im Bett am Abend ein, wenn er an Jochen denkt.

Und erst als er´s das dritte Mal wagt zu fragen, halbdunkel ist das Zelt aus Decken über Äste geworfen und dunstig, sie hocken allein darin, zeigt ihm der Jochen sein Männlein. Da ist keine Naht, keine Narbe. Wie groß es ist und schön und wie hart es wird – er würd´s so gerne berühren, doch Jochen zieht schnell wie der Blitz seinen Schlitz wieder zu.

Auch das ist ein Bild, das er behält, lange Jahre mit schlechtem Gewissen: das darf die Mutter nicht wissen. Das Männlein ist zum Pipimachen da, danach muß man die Hände waschen. Da sind Bakterien dran, die sieht man nicht, die sind gefährlich. Krank könnt man werden, krank von dem Gebaumel da unten.

Das Jochenbild verblaßt als er beim Schwimmunterricht die drei Klassenidioten erblickt – nur Sport und nichts sonst dahinter, richtige Jungens – die sind braungebrannt, aalen sich den ganzen Tag im Freibad, die haben schon richtige Männermuskeln und tragen ganz winzige Badehosen. Er kann den Blick von ihnen nicht wenden; er nennt sie Delphine. Delphine gefallen ihm, doch er weiß tief drinnen, darüber darf man nicht reden. Das ist sissy, er ist Sissy, wenn das rauskommt.

Konfirmationsunterricht. Der Pfarrer erklärt, Schaumklümpchen im Mundwinkel, man könne mit Gott über alles sprechen – wenigstens mit dem. So betet er abends im Bett, daß der Liebe Gott ihm das – er hat keine Worte dafür – wegnehmen möge. Er betet und betet und betet – aber der Liebe Gott antwortet nicht.

Ein hitzig-heißer Sommertag. Damit er mal an die Luft kommt, besucht er mit der Mutter deren Freundin, die besitzt einen Gärtnerhof, bewacht von Hasso, dem Schäferhund. Ob dem die Hitze zu Kopf stieg? Aus heiterem Himmel springt Hasso ihn an und beißt ihn in den Hosenlatz. Aufruhr. Die Gärtnereibesitzerin bringt eine Flasche Jod. Die Mutter, zitternd, zieht ihm die Hose herunter, schon wieder muß sie sich ums Glied des Sohnes kümmern. Der schämt sich, ist er doch schon dreizehn. Die Mutter träufelt das Jod auf den Biss im Männlein; sie sagt immer noch Männlein und hält das Glied in der Hand als wär es das ihre und zieht und wendet es, um weitre verletzte Stellen zu suchen.

Das war das letzte Mal, daß sie sein Geschlecht sah. Bald drauf reden die Delphine vom Schwanz – er übernimmt das Wort für sich – nie wieder sagt er Männlein.

Jetzt sagt er Schwanz; der wird hart wie der vom Jochen und macht Spaß. Dafür entschuldigt er sich beim Lieben Gott. Der antwortet abermals nicht. Der antwortet auch nicht als er ihn anbettelt, er möge die sterbende Oma am Leben lassen. Die hat ihn doch so geliebt wie ihren eigenen kleinen Sohn. Der starb mit drei Jahren an Typhus. Noch dreißig Jahre später trägt sie das einzige Kinderbild ihres Söhnchens im Portemonnaie – sie sagt immer, ihr Enkel gliche ihm bis aufs Haar.

Zum vierzehnten Geburtstag wünscht er sich eine Opernkarte.

Was willst du denn dort, du schläfst doch ein im Theater, da jodeln die in schrillen Tönen und verbiegen sich wie Tunten. Der Vater verrenkt die Hände mit abgespreizten Fingern und lacht. Sein Sohn geht trotzdem in die Oper und hört als erstes: „Traviata“.

Daß er von nun an ständig ins Theater geht, er bezahlt´s vom Taschengeld, ist seiner Mutter einerseits nicht recht – doch andererseits: das ist ja auch Bildung, und der Vater nickt. Das habe er in der Schule gelernt: Wissen ist Macht!

Bei einem Freund im Fernsehen sieht er Die Bettwurst, zuhause ginge das nicht. Er begreift ganz neue Wörter und nennt den Film grotesk und liberal, satirisch und camp. Der Mutter erzählt er die Handlung beim Putzen und lacht – sie unterbricht ihr Putzen und sein Lachen: du weißt doch, daß der Regisseur ein Homo ist?

Na, und – der Film ist doch gut. Die Mutter schüttelt den Kopf und schickt ihn in sein Zimmer, als hielte sie´s in seiner Nähe nicht mehr aus.

Im Fernsehen laufen Tarzanfilme, die liebt er heiß und innig. Im Bett spielt er bei Nacht die Szenen nach, in denen Gordon Scott, der hat so pralle Muskeln, auf seiner Jane liegt und sie küßt. Er ist der Herr des Urwalds nicht, er ist er selbst und liegt in Tarzans Armen.

Alle paar Wochen, zurückgekehrt mittags von der Schule, findet er den Inhalt seines Schreibtisches im Haufen auf dem Boden. So fordert die Mutter ihn auf, Ordnung zu schaffen. Und den Schlüssel zur einzigen Lade will sie auch. Wer weiß, wie´s drin aussieht oder was du da vor mir verbirgst. Maul nicht, ich bin deine Mutter, ich habe dazu das Recht.

Er bittet sie mit fünfzehn anzuklopfen, wenn sie in sein Zimmer will. Wie käm ich denn dazu in meinem eigenen Haus, bei meinem eigenen Sohn zu klopfen – wo kämen wir denn da hin?

Sechzehn ist er und seine jüngeren Geschwister schlafen bereits, so kriegen sie´s nicht mit, als seine Mutter ihn des abend um neun aus dem Bett holt – ist mir ganz gleich, wie alt ihr seid, du bist noch ein Kind und Kinder haben um acht im Bett zu sein -.

Die Mutter fand eine Kerze in seiner Schreibtischlade. Was er denn damit mache? Sie wisse es genau! Die Verdauung machst du dir kaputt damit! Im Aschenbecher drückt der schweigende Vater die zehnte Ernte23 heute abend aus, springt auf und rast ins Bad, wo er sich brühend heißes Wasser einlässt, bis alles dampft. Der kommt erst nach zwei Stunden wieder raus, krebsrot.

Kennst du solche Männer? Die Mutter thront im Sessel. Er steht davor, er darf nicht sitzen. Hab ich dich falsch erzogen? Weißt du eigentlich welche Schande du mir bereitest? Das steht schon in der Bibel, daß das sündig ist! Ich werde jetzt andere Saiten aufziehn! Ich mag dich gar nicht anfassen. Ab ins Bett, ih bäh!

Am Morgen grüßt ihn der Vater nicht, der grüßt auch am Tag darauf nicht, der spricht mit ihm ein halbes Jahr lang nicht, als ob er schon durchs Sprechen sich Lepra von seinem Sohn holen könnte oder was anderes Ansteckendes, das er fürchtet.

Weißt Du, was du angerichtet hast? Dein Vater hat die ganze Nacht geweint. Der hat noch nicht einmal beim Begräbnis seiner eigenen Mutter geweint. Warum straft mich der liebe Gott damit? Das machst du nur, um mich zu verletzen! Ich hab die ganze Nacht gegrübelt und gegrübelt – und dran gedacht, mich umzubringen wegen des eigenen Sohnes!

Du gibst jetzt keine Nachhilfe mehr. Wenn da was rauskommt, dann denken die Leute doch, du willst ihre Söhne anfassen. Taschengeld ist gestrichen. Ich konfisziere den Kloschlüssel – ich weiß ja, daß ihr Jungs da Schweinereien treibt. Das werde ich jetzt unterbinden. Und mit diesem Theater- und Kinogehen ist ein für alle Mal Schluß. Vielleicht kann ein Psychiater das wegmachen!

Da hat er Glück, dort muß er nicht hin – nicht auszudenken, käm das raus, der Sohn beim Psychiater!

Und glaub ja nicht, du Sissy, deine Großmutter, würd sie noch leben, hätt dich noch lieb. Die würde dir was husten. Die hat im Gestapokeller gesessen, weil sie einmal gesagt hat, in der SA wären Leute wie Du! Die wär ums Leben gekommen, wenn dein Opa nicht darum gebettelt hätte, der war ja selber Gruppenleiter.

Die Mutter schämt sich, weil sie was falsch gemacht hat in der Erziehung, sie ist zu sanft und zu lasch gewesen, härter hätte sie durchgreifen müssen. Sie schämt sich, daß ihr Mann weinte. Sie schämt sich vor den Nachbarn. Sie schweigt sich fast zu Tode. Es krallt sie im Unterleib: Entzündungen, Myome, Krebs. Erst als sie völlig ausgeräumt ist, lassen die Krankheiten ab von ihr.

Der Sohn schämt sich: denn das Leid hat er seiner Mutter angetan. Er schweigt still und stumm und von Delphinen träumt er nur. Zehn Jahre trinkt er mit den Eltern weiter Kaffee, am Sonntag obligat der Lummerbraten und später Gugelhupf. Ein exzellentes Zeugnis nach dem anderen, dann seine Studienscheine mit Stern. Das reicht vielleicht um einmal was zu sagen. Er bittet seine Eltern zum Gespräch. Die hätten doch den jungen Mann erlebt, mit dem er viel unternehme. Der sei sein Freund und er wünsche, daß er das sagen, ihn mit nach Hause bringen dürfe. Gleich läßt der Vater sich wieder ein Bad ein, die Mutter stürzt in einen Weinkrampf. Du bist unser Sohn, so weit sind wir tolerant, kannst immer zu uns kommen, aber allein, wir wollen davon nichts hören und sehen, das mach mit dir allein ab. Verschon uns damit.

Also geht er fort und bleibt fort, bis seine Mutter erneut erkrankt; diesmal das Herz. Er kehrt zurück und schweigt und plaudert, sie wird wieder gesund, entdeckt seine Kasperpuppen, verstaubt, im Keller. Die nehmen doch nur Platz weg. Und wenn sie der Verwandtschaft zum Namens- oder Geburtstag eine Flasche Frühstückskorn schenkt, setzt sie zur Zierde einen Kasperpuppenkopf darauf und gibt so sein ganzes Ensemble fort. Das landet bei den Beschenkten im Mülleimer.

Kaffee schenkt die Mutter dem Sohn immer weiter ein und setzt ihm Bienenstich vor. Er plaudert zum hundertsten Mal mit dem Vater über die blöden Politiker da oben und über Autos und übers Fernsehprogramm, immer dasselbe, nicht wahr? Und er nickt!

Vatermutterkind wird fad und immer fader. Er bleibt – erstickend am schlechten Gewissen – wieder weg; die Mutter wird wieder krank. Ihre Augen, die schwarzen, schärfen ihm ein: wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß, sonst sterbe ich. Da bleibt er fort für immer.

Am Abend bevor er in eine andere Stadt zieht – das haben die Geschwister der Mutter gesteckt – stirbt sie das letzte Mal.

Daß es da noch einen Sohn gibt, wispert´s im Trauerzug auf dem Friedhof, das hab ich gar nicht gewußt. Sie hat von ihm nie erzählt. Warum ist der allein? Verheiratet wohl nicht! Doch, doch, es gibt einen Sohn, die Ärmste hat immer gesagt, er hat keine Zeit für Frau und Familie, die Arbeit nähm ihn so sehr ein. Vielsagend lächelt die Wispernde: wir haben immer so getan, als würden wir ihr glauben.

Er ging allein zur Beerdigung, er kommt allein von der Beerdigung, er betritt seine Wohnung allein, darin lebt er allein – er lebt in den Schatten und schämt sich. Ein Kaspertheater hat er kein zweites Mal bekommen. Sein Leben ist ein Schwarz-Weiß-Bild, noch nicht mal mit Lametta.

Er läßt sich nie mehr photographieren.

 

 

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