Offener Brief an Victoria Bonelli

Gnä´ Frau –
Keine Sorge, ein weanerisches „Küss die Hand“ kommt nicht….
Eigentlich, Frau Bonelli, geborene Fender, müßten Sie jetzt zufrieden sein… Am 2.Juli 2013 schrieben Sie im Kampforgan der Rechtskatholiken, „kath.net“, auf dem Sie Ihre grauslichen Invektiven damals noch unter Ihrem Mädchennamen Fender veröffentlichten, Sie fühlten sich diskriminiert.
http://kath.net/news/41901
Und warum? Weil man Sie angeblich nicht Ihren Traumberuf ergreifen lasse – versteht sich: Ehefrau und Mutter.
In einem der üblichen katholischen Denkkurzschlüsse, ließen Sie die ungezählten existierenden Berufe als männlich definiert links liegen und gaben zu, daß Sie gar so nix von Motoren und mathematischer Physik verständen.
Ihre Vorstellung von Weiblichkeit verabscheut Wissenschaft, das nimmt mich nicht wunder. Sie sehen sich lieber als selbstloses Spitzweg-Mütterchen – und Frauen, die da nicht mitmachen, werden von Ihnen geschmäht mit einem Zitat ohne Quelle:
„Trotz der Tatsache, daß eine gewisse Strömung des Feminismus „Ansprüche für sie selber“ einfordert, bewahrt die Frau doch die tiefgründige Intuition, daß das Beste ihres Lebens darin besteht, sich für das Wohl des anderen einzusetzen, für sein Wachstum, für seinen Schutz!“ (Ohne Zweifel wird das ein katholischer Penisträger verfaßt haben – und ein muslimischer wird es unterschreiben).
Zu den wonniglichen Intuitionen, die Sie da durchwabern, fällt mir nebenbei nur noch Goethe, Faust- Wald und Höhle – ein: da sagt doch Mephisto, wer auch sonst, eiei:
„Alle sechs Tagewerk im Busen fühlen,
In stolzer Kraft ich weiß nicht was, genießen,
bald liebewonniglich in alles überfließen,
Verschwunden ganz der Erdensohn,
Und dann die hohe Intuition (mit einer Gebärde)
Ich darf nicht sagen wie, zu schließen…“

Aber ich komm von Ihrem Wege ab… Allerwerteste, Sie entwickeln in Ihrem Aufschrei gegen Frauendiskriminierung dann den Plan, sich einen Gatten zu suchen, der Sie ernährt, mit Ihnen Kinder zeugt, die er dann auch ernährt – er als pater familias und Sie kümmern sich ums Übrige.
Dann geben Sie noch schnell den 68ern eins aufs Haupt, die Ihnen eigentlich die Bresche schlugen, daß Sie als Frau Ihre reaktionären Ideen sogar publizieren dürfen, ohne Ihren Mann um Erlaubnis fragen zu müssen. Aber soweit denken Sie ja nicht. Sie träumen von der katholischen Versorgungsehe – und das sei Ihnen unbenommen, nur beschimpfen Sie leider Frauen, die nicht wie Sie geistig auf dem Sofa liegen bleiben möchten oder sich nicht krakenhaft auf ihre Kinder stürzen und ihnen das Leben aussaugen weil sie kein eigenes haben…
Nun, gnädige Frau, haben Sie wohl kürzlich Ihre Jungfernschaft abgelegt und geheiratet und heißen nun Bonelli und haben also Ihr Ziel erreicht: einen Versorgungsmann – und wie dem neusten Stückchen, daß Sie auf kath.net raushauen, zu entnehmen ist: Sie haben auch ein Kind.
Aber das reicht natürlich nicht – sie müssen zwanghaft auf Menschen herumhacken, die Ihre hochmütige Bescheidenheit nicht teilen- und zwar in einer Art und Weise, die Material zu den neuen Hexenjagden liefert, die ich hier beschrieben habe:

Hexenjäger

In Ihrem neuen offenen Brief an den Berliner Bischof Heiner Koch empören Sie sich über einen menschenfreundlichen Satz, der ihm rausgerutscht ist mit der üblichen Bigotterie und Grausamkeit von homohassenden Menschen – Nein, Sie sind nicht homophob- denn das wäre, wie  Sie sich ja selbst auch zurecht beschweren, eine Krankheit. Sie haben doch keine Angst vor Schwulen, Sie hassen Sie!
Reden wir also Tacheles, allerwerteste Ehefrau und Mutter:
Sie empören sich, daß der deutsche Familienbischof ein Sätzchen gesagt hat, mit normalem menschlichem Anstand, der Ihnen fremd ist.
„Homosexualität als Sünde darzustellen, ist verletzend!“
Und Sie verlangen, daß der Bischof den Sündenirrsinn der katholischen Kirche auch weiterhin predige, der Menschen in geistige Knechtschaft führt und sie bis an ihr Lebensende mit schlechtem Gewissen foltert.
Naja, ein rein katholischer Anspruch, könnte man meinen – aber Sie fahren gleich fort, betonen, daß Sie Kommunikationswissenschaftlerin seien und liefern sobald ein perfides Meisterstück ab, mit dem Sie in den 30er Jahren sicherlich im Propagandaministerium willkommen gewesen wären – und damit schießen Sie aus Ihrer katholischen Festung in die Welt .
Sie behaupten, der Satz des Bischof sei von gleichem Wert wie dieser:“Pädophilie als Verbrechen darzustellen, ist für Pädophile verletzend!“
Mit dieser sprachlichen Verzopfung, Unwortedle, Homosexualität, Pädophilie und Verbrechen in einen Satz zu verknäueln erreichen Sie bei den geneigten Hörern aus der Homohexenjägerszene genau den erwünschte Effekt: auch Homosexualität wird in diesen einfach gestrickten Hirnen zum Verbrechen und so macht man mit einem rhetorischen Taschenspielertrick (aber Katholiken kennen sich mit Zaubertricks wie der Eucharistie ja aus) aus Homosexuellen wieder die erwünschten Kriminellen.
Dann hopsen Sie ein Stüfchen zurück und präsentieren ausgerechnet Robert L. Spitzer als Kronzeugen für Ihren Unsinn: Sie phantasieren etwas von Schwulenheilungen und Reparativtherapien, die Spitzer längst nicht mehr propagiert; er verstarb übrigens Ende letzten Jahres. Er hat seine Arbeiten dazu zurückgezogen und sich bei Homosexuellen für das Leid entschuldigt, das er angereichtet hat. Das ist Ihnen, wie allen Rechtskatholiken und den Neuen Rechten völlig egal – Halbwahrheiten, Lügen oder wie hier widerlegter Unsinn, sind Ihnen völlig egal.
Aber schon geht Ihr Parforceritt der Menschenbeleidigung weiter: Sie werten Ihre kleine Familie und Ihre kleinlichen Vorstellungen von Familie auf, indem Sie homosexuelle Familien für epigonal erklären, für blasse Kopien der Ihren. Nur Sie sind richtig, gottgewollt, liebevoll. Sie zitieren Ihren Papst Franziskus, der gesagt haben soll: das absolut Schlimme bei einem verdorbenen und korrupten Menschen bestehe darin, daß er nicht das Bedürfnis hat, um Vergebung zu bitten.
Das heißt also – wiederholen wir es: Homosexuelle sind verdorben und korrupt; und Sie setzen noch eins drauf, indem Sie bewußt den Begriff des „Gay Pride“ falsch übersetzen als „Hochmut“…. Sie haben nicht nur im Physikunterricht gepennt, Frau Bonelli, sondern auch im Englischunterricht.
Der unglaublichste Angriff auf Homosexuelle wird von Ihnen so nebenbei erwähnt und Sie zitieren den längst überholten Sigmund Freud (müssen Sie wohl auch als Gattin eines Mannes, der Rechtskatholizismus und Psychoanalyse verbinden will):
Homosexuelle seien vor lauter Eigenliebe unfähig, das Andere zu lieben.
Es braucht schon eine Menge Haß, um andere so zu disqualifizieren und zu entmenschlichen!
Ihr Geschützfeuer der Menschendiffamierung aber hat kein Ende – Sie ziehen dann noch den Aberwitz Ihres Katechismus aus der Versenkung, der Homosexuelle zur Keuschheit aufruft. Sie loben die ungeheuerlichen Verbrechen, die christliche Homoheiler jungen Menschen antun und preisen den jungen Mann Marcel, den Hedwig von Beverfoerde auf der letzten „Demo für Alle“ präsentierte wie der Dompteur seinen Affen in Kafkas „Bericht an eine Akademie“.
Der von Marcus Hoffmann und seiner Bruderschaft des Weges zugerichtete junge Mann lebt keusch und gebrochen, im Gefühl defizitär zu sein, krank, ja, sogar verführt in der Kindheit.
Womit Sie eine weitere Legende des Schwulenhasses in Ihr Pamphlet einführen – man werde zur Homosexualität verführt…. Kindesmißbrauch, Madame, ist aber eine Frage der Macht und des Ausnutzens des Schwächeren. Nichts anderes… Homosexualität ist kein Virus, den man weitergeben kann.
Aber so ein Gedankenkonstrukt ist nützlich – es ermöglicht dann auch Forderungen nach Quarantäne, Ausgrenzung, Zwangstherapien und Umerziehungslagern – oder Schlimmerem.
Zum Abschluß Ihrer Ausführungen, die mir wie ein Stück der geifernden Rechthaberei des Hexenhammers vorkommen, erzählen Sie uns dann wieder, Homosexuelle seien depressiv, neigten, natürlich (ganz anders als Heterosexuelle) zu Sucht und Promiskuität und eher zum Selbstmord als die „Normalbevölkerung“—- ach, zu dieser Vokabel aus dem Wörterbuch des Unmenschen will ich mich gar nicht mehr äußern.
Alles in Allem genommen, Madame Mutter, fahren Sie die ganze Geisterbahn der katholischen Sexualpathologie auf, mit der Sie andere Menschen zu Unmenschen erklären, damit Sie sich selbst als gottgefällig und gerecht und sauber ansehen können.
Und mir kommt es vor, daß Sie so all die Verdruckstheiten, Ängstlichkeiten, Hysterien, die Sie sich auferlegen nur dann aushalten, wenn Sie andere beschimpfen, die das nicht so halten – das ist ja so wie der Vorzugsplatz, der Ihnen und Ihresgleichen im Himmel reserviert ist, damit Sie vom hohen Altane aus hinunter in die Hölle starren können, wo zu Ihrem Vergnügen die angeblichen Sünder von den Teufeln gequält werden. Ja, dieser katholische Hochmut ist wohl eine Folge eines tiefreligiösen Sadomasochismus…Ich verkneif´s mir, wenn es mich auch quält, aber es wird leichter, wenn ich die anderen beim Leiden beobachten kann…
Es gibt keinen Gott, Gnädige Frau, der von uns fordern könnte, in Missionarsstellung miteinander bloß zum Zwecke des Kinderkriegens in der Versorgungsehe zu schlafen und uns zu plagen mit Selbstbezichtigungen und Verstümmelungen, bis wir bluten. Das Leben ist schon elend genug, aber Ihre grausamen Gotteswahnvorstellungen machen den Menschen das Leben noch weniger lebenswert. Wir leben unsere paar Jährchen und sollen einander hedonistischerweise soviel Freude bereiten wie möglich, mit Freundschaft und Sex in allen Lebenslagen – oder wie der einzige Gott Groucho Marx einmal sagte, was er im Leben bereue: Nicht genug gevögelt zu haben, es gibt nichts Besseres.
Und das sollen wir durchsetzen, what ever goes – Frau mit Mann, Frau mit Frau, Mann mit Mann — und wenn Sie jetzt wieder angejault kommen, es ging doch um die Kinder: Dafür haben wir Gesetze, die Menschen, Kinder, Männer, Frauen vor der Gewalt der anderen, schützen sollen. (Leider schützen sie uns noch nicht vor Ihrem religiösen Starrsinn!) Wir müssen diese Gesetze nur konsequent anwenden – dann wären nämlich auch die Fälle von katholischen Mißbrauch endlich aufgearbeitet und bestraft (sie sind es nicht) –die Sie wieder Homosexuellen in die Schuhe schieben.
Am Schluß lassen Sie noch die unverschämteste, grausamste Lügenbombe der Catholica wieder einmal platzen – nämlich die, daß die Zwangskonfrontation und Vergrätzung homosexueller Menschen mit Ihren Grausamkeiten sie frei und glücklich mache…
Da sie so gerne Mutter sind, sage ich Ihnen: was sie hier zusammendichte entspricht der Brutalität der Mutter, die ihr Kind unter Krokodilstränen schlägt und behauptet, die Schläge täten ihr mehr weh, als ihrem Kinde, denn sie züchtige es aus Liebe.
Nein, keine Liebe – das ist eine Terrorhandlung – und was Sie da entfalten an Abscheu und Haß, Frau Bonelli, ist Terror…Es ist der Terror katholischer Selbstherrlichkeit!

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9 Gedanken zu “Offener Brief an Victoria Bonelli

  1. Ungeheuerlich,Herr Wolfgang Brosche. So viel Hass und Ärger in einem Menschen und so beschämende Worte! Diese Unterstellungen sind unter jeder Kritik und gehörten sofort entfernt. Ich hoffe, dass die Überlänge des Textes die Leser abschreckt den gesamten Mist zu lesen.

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    • Herr, Frau Anonymus — da Sie wohl aus Österreich kommen, aber nicht einmal wagen, Ihren allerwertesten Namen zu nennen, muß ich wohl vermuten, daß Sie zum Umfeld der Frau Bonelli gehören – wenigstens geistig. Nichts gehört hier entfernt, Sie anoym aus dem Unterholz Schießnde(r). Ich habe es satt, mir die Ungeheuerlichkeiten von Frau Bonelli, ihrem Gatten und den anderen Rechtskatholiken anzuhören. Es wird zurücgeschossen…mo, ma cher(e)!
      Aber ich freue mich besondrs, daß und wie Sie sich ärgern…Ich kann auch noch ganz anders!

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    • @Anonym: Hochgeschätzte Person, Gott der Allmächtige ließ es zu, daß der Text erschien, überlang kann er nicht sein, denn wir alle wissen, was Gott zuläßt, das ist wohlgetan.
      An Ihnen nun liegt es, so will Gott, sich Punkt für Punkt abzuarbeiten an den hier vorgebrachten Aussagen. Merken Sie gut auf und lernen Sie daraus, es soll Ihr Schaden nicht sein.
      Denn ganz gewiß beschränkt die Überzeugung im Hause Bonelli von der Wurstversteckung allein zum Zwecke kirchenvölkischer Vermehrung den schönen Akt vielfältiger Zärtlichkeiten auf einen allzu schnöden technischen Ablauf. Diese willkürliche Beschränkung schuf viel böses Blut und Wahnsinn.
      Schreiben Sie, schreiben Sie.

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  2. – ho ho –

    Angenommen, die panisch erschreckte Rückmeldung von „Anonym“ stammt aus dem näheren Umfeld der zwanghaften Bonelli-Wurstverstecker, könnte sie von Barbara Gerl-Falkowitz stammen, der ich kürzlich eine Glosse widmete:
    „Zur Untermauerung dieser „naturrechtlichen“ Blut-und Bodenideologie hielt Gerl-Falkowitz im Rahmen eines „Kongresses“ von Schwulenhassern und „Genderwahn“-Schreihälsen einen lockenden^°^ Vortrag mit der lockenden Betitelung „Der lockende Unterschied“. Das beschäftigte mich länger, also dieser Titel, dieser Titel beschäftigte mich länger. Er hatte so etwas Verlockendes, verlockend nämlich dazu, darüber nachzudenken, wie sich jemand dazu verlocken lassen kann, sich so etwas aus dem Hirn zu leiern. Denn mit ein wenig Nachsinnen könnte man darauf kommen, daß jemand vom mutmaßlich Lockenden angelockt wird – oder eben nicht. Wird er angelockt, gehen die Dinge ihren Weg. Wird er nicht angelockt, passiert nichts. Es erscheint also bis zum Maß des Unheimlichen redundant, einen VORTRAG darüber zu halten, daß der „Unterschied“ lockend sei. Das merkt doch jeder selbst – oder nicht. WEM also um Himmels Willen hat sie diesen Vortrag gehalten?“

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