Was ist los in Europa? – Ein rascher Zwischenruf

Nach den längst nicht geklärten Vorkommnissen am Kölner Hauptbahnhof (bei denen es sich ohne Zweifel um Verbrechen handelt) wird eine ganze Menschengruppe dafür haftbar gemacht…das alles hatten wir bereits einmal und es scheint sich zu wiederholen… Es ist den Schreiern ganz gleich, daß es keine Flüchtlinge waren und Asylanten – Hauptsache, sie können Ihren Haß und ihre Irrationalitäten raushauen…

 

Die faschistischen Kräfte, die immer mehr Zuspruch erhalten und Zulauf, werden „Das Problem“ der geschundenen Demokratie schon lösen… Wie alle anderen europäischen Ländern sinkt dieses Land in einen Mahlstrom an Dummheit, Neid, Geiz, Egoismus, religiösen Glauben und Skrupellosigkeit ab. Ungarn, Russland, Polen, Dänemark und auch Frankreich (Marine Le Pen wird zuversichtlich die Wahlen gewinnen) machen es vor: sie warten mit Lösungen der Vormoderne auf – Nationalismus, Patriotismus, Grenzen, Sündenböcke…die Juden werden es noch nicht sein (vielleicht wieder, wenn der letzte Augenzeuge des Holocaust gegangen ist). Jetzt sind es eben Flüchtlinge, Asylanten, Muslime – man wird sie, wie es Trump vorschlägt, ausweisen, nicht mehr einreisen lassen und verfolgen, in Internierungslager stecken und wenn es mit der Abschiebung nicht klappt, beseitigen. — Dann kommen andere Sündenböcke dran – Putin hat es vorgemacht, die Rechtskatholiken um Hedwig von Beverfoerde und Gabriele Kuby jubeln ihm bereits zu; in Polen wendet sich das Blatt auch schon gegen Homosexuelle… Die Pastoralmacht der totalitären Staaten reglementiert wie in der Türkei bereits die körperlichen Äußerungen junger Menschen…sie dürfen das Friedlichste (nämliche Händlich halten und Zärtlichkeiten austauschen) nicht mehr und werden bald wieder in das Körper-Korsett des Exerzierens gedrillt werden. — Deutsche Musterexemplare an Männern, penisgesteuert wie immer, erregen sich ausgerechnet über die längst nicht geklärten Vorfälle in Köln und fürchten um ihre penile Oberhoheit über die Frauenkörper – als Sündenbock dient ihnen der „arabische Mann“, der als Konkurrent verstanden wird und solche Krampfschreiberinnen wie Birgit Kelle gießen ihnen ihren Verbaleiter darüber. — Auch die deutsche (Pseudo) Intelligenzia von Botho Strauß bis zum Schreihals Matthias Matussek (den als intelligent zu bezeichnen grundfalsch ist) liefert den Rechten Steilvorlagen und die Thinktanks der Neofaschisten z.B. um Jürgen Elsässer, finden sich konspirativ und nicht mehr so konspirativ zu neuen Wannseekonferenzen auf ihren tatsächlichen Rittergütern ein; und eine neorechte Adelskarmarilla um Beatrix von Storch und Matthias von Gersdorff schmiedet Pläne für eine aristokratisch-klerikale Reconquista der Ungleichheit (als wenn die tatsächliche nicht schon reichen würden…). —– Die permanenten Entschuldigungen und Relativierungen dieser Umtriebe verdecken nur ihren harten und bösartigen Kern: da wird über gesellschaftliche Gefahren, Begrenzung von Zuwanderung, Einschränkung von Grundrechten usw. geredet….aber keiner gesteht ehrlich, daß es ihm gleichgültig ist, ob Menschen an den geschlossenen Grenzen verrecken, ob Kinder im Mittelmeer ersaufen oder freie Denker Maulkörbe verpaßt bekommen. Es tritt die übelste Unzivilisiertheit zutage, Rohheit und die Mentalität des Schlagetots, der´s macht weil er´s kann und daran auch noch die größte Freude hat. ——- Es ist erschütternd – aber wohl nur noch für wenige: die Mentalität des selektierenden SS-Mannes ist eben nicht 1945 ausgestorben, sondern sie hat wie ein Eiterherd gelauert und bricht jetzt auf – und man ist auch noch stolz darauf. – So sieht es aus in diesem Land – nichts weniger als der Kannibalismus der Säbelzahntiger (die waren nämlich im Morden so erfolgreich, daß sie sich selbst die Nahrungsgrundlage entzogen) wird die Zukunft Europas sein…Noch immer fest konditionalisiert vom Unsinn der Religionen und ihren Absurditäten, glauben die Menschen jeden Irrsinn, ohne nachzuprüfen und lassen sich aufeinander hetzen. Sie glauben noch immer an den tyrannischen Christengott, an den widerlichen Allah, an Rassismus, Nationalismus und Irrationalität, hassen den anderen wie das Denken und sind erst zufrieden wenn ihre Mordrunst gestillt ist. Und dann herrscht auch Stille. – Es bleibt nur noch die abgrundtraurige Reaktion Tucholskys: Eine Treppe: Sprechen, Schreiben, Schweigen. — Ich jedenfalls möchte den Sieg des Wiedergänger -Faschismus nicht miterleben!

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Ein Gedanke zu “Was ist los in Europa? – Ein rascher Zwischenruf

  1. Gut so, lieber Wolfgang.
    Ich habe einigen jubeldeutschen Paradechristen es so ins Stammbuch geschrieben:
    Wenn ich mir es recht überlege, dann sehen wir die – gewissermassen vollendeten – Auswirkungen des von deutscher „konservativer“ Seite beschriebenen „Familien“-Ideals zur Zeit in Köln und anderen Orten, eine Art schonungsloser Regression in unsere eigene soziokulturelle Vergangenheit.
    Noch vor 20 Jahren haben sich beispielsweise die heutigen deutschen Beschreier einer angeblichen „Gender-Ideologie“ genauso schreiend und tief ideologsch dagegen gewehrt, daß in Deutschland die Vergewaltigung in der ehelichen Beziehung unter Strafe gestellt wird. Frauen waren also unter bestimmten Gegebenheiten – gesetzlich legitimiert! – sexueller Willkür hilflos ausgeliefert. (Noch länger davor wurden etwa Homosexuelle psychiatrisiert, mit Elektroschocks gefoltert oder schlimmeres etc). Für diese gesellschaftliche Gruppe stellt die „Familien“-Ideologie mancher Einwanderer in ihrer schlimmsten Form eigentlich das Idealbild dar, ein Spiegelbild ihrer – mehr oder weniger unterschwelligen – eigenen Wünsche.
    Die psychologischen Hintergründe sind längst durchlitten, beschrieben und belegt, der unendlich mühsame und noch andauernde Weg aus dem Dünkel von Sexismus und struktureller Gewalt wird aber aus manchen religiös/konservativen Kreisen heraus beschämenderweise immer noch hämisch gemacht. Und zwar in Schlüsselbegriffen und Schlagworten wie „Gender-Ideologie“, „Political correctness“, „Frühsexualisierung“, „Gutmensch“ etc.
    Vom grausamen Problem sexueller Not in all seinen Formen (siehe Köln!), das seit Jahrtausenden die Menschen geißelt und sich immer wieder seinen Weg über die religiöse Schiene bahnt, wird peinlicherweise abgelenkt, indem man etwa künstlich zum Problem stilisiert, daß Kinder und Jugendliche zumindest in der Schule selbstverständlich erfahren sollen, daß es verschiedene gleichwertige Formen partnerschaftlicher Liebe gibt.

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