Dominik Lusser – Huonders Landsknecht

http://kath.net/news/51936

Da kommt so ein Landsknecht von Huonders Gnaden aus dem Gebüsch, dem Gesträuch, dem Unterholz von kath.net herausgeritten…lauter Dornen, wie passend, aber noch nicht mal rote Vogelbeeren… Dominik Lusser – den wollen wir uns doch einmal genauer angucken, dieses Musterexemplar des katholischen Doppelsprech…
… dieser Tage geisterte ein Artikel über eine Studie durchs Netz, mit der nachgewiesen werden sollte, daß Homophobie eine Krankheit ist, ach was, sag ich, ach was – es ist keine Krankheit, das ist der pure Haß, die pure Sucht nach Menschenmißachtung, die reine boshafte Freude mit camouflierenden Sprechakten der Verharmlosung herum zu jonglieren um am Schluß doch das Messer aus dem Verbalgewirbel aufzufangen, mit dem man Hälse abschneidet…hören Sie mal her, Herr Abu Ala Afri , wie man das auch ein bißchen eleganter machen kann, was Sie sonst tun, aber mit derselben Stoßrichtung…lesen Sie den obenerwähnten Artikel von Dominik Lusser, Katholik,

Während unsere hohe Frau der Schwulenverachtung, Gabriele Kuby, zuweilen schon als ältere überkandidelte Dame, erschlagen von ihrer Marienanschauung ein bissel bedeppert und ein bissel kurios wirkt (aber wir wollen sie nicht verharmlosen, die kann auch ganz anders) ist dieser Herr Lusser keineswegs auf dem Irrweg in die katholische Senilität, denn er zählt gerade mal 33 Lebensjahre. Also eigentlich müßte ich sagen, er ist 33 Jahre ALT – denn was der da anschafft an Reaktionismus ist schon ein antikes Stück; nichts, aber auch gar nichts ist zu spüren von Jugendlichkeit, Menschenzugewandtheit, nur das Verfangensein in absurden Ge- und Verboten, die das Leben unmöglich machen – wohlgemerkt, immer das Leben der anderen, denn der Herr Lusser ist ein gerechter unter den Katholiken! Der weiß fanatisch Bescheid…
Und weil er Bescheid weiß, meldet sich Dominik Lusser, Pressesprecher des reaktionären katholischen Think Tanks „Stiftung Zukunft CH“ zunächst als Verteidiger des Bischofs Huonder, der vor kurzem beim Kongreß des „Forum deutscher Katholiken“ mit einer Brandrede zur Homosexualität an die Öffentlichkeit trat. Darin verwies Huonder als auf die berüchtigten Levitikus-Verse im Alten Testament, die Homosexuelle als todeswürdig erachten und nannte diese Verseals richtungsweisende Grundlage für den Umgang mit Homosexualität…und damit Homosexuellen!
Lusser zitiert auf seine Verteidigung dann den Katechismus: homosexuelle Akte können niemals positiv bewertet werden. Dennoch solle man homosexuellen Menschen mit Mitleid, Takt und Achtung begegnet werden.
Um es noch mal deutlich zu betonen; Ihren Takt und Ihr Mitleid brauche ich nicht; das sind Viren der Entmenschlichung! Es sind dies christliche Gemeinheiten mit denen man schon immer mißliebige Menschen ausgrenzen und dazu noch mit verlogener Liebe bedenken konnte, um sich selbst besser, sauberer, gerechter zu fühlen; Inbegriffe der Bigotterie. Das nennt man in der Psychologie Double Bind.
Zum Kronzeugen dieser Schäbigkeit macht Lusser den mittelalterlichen Theologen Thomas von Aquin (nur nebenbei – und allerliebster deutscher Schwulenpapst, David Berger, hat über Thomas von Aquin promoviert; so versteht man einiges! ). Thomas habe, so Lusser, „…Moral nie als einen von oben willkürlich verfügten Verhaltenskodex verstanden, sondern immer als eine Lehre von Richtig- oder in-Ordnung-sein des Menschen, das auch die gesunde Entfaltung seiner menschlichen Natur einschließt.“
Also, damit wir uns richtig verstehen: Dominik Lusser, mit seinen katholischen Glaubensbrüdern, nennt – weil Gott es so will – Homosexuelle falsch geratene Menschen, Menschen, die nicht in Ordnung sind, die krank sind, weil sie ihre menschliche Natur nicht richtig entfalten! Und da diese Verurteilung von Gott kommt, im Naturrecht verankert ist, ist sie auch nicht willkürlich, sondern natürlich! (Was die richtige Entfaltung ist bestimmen Lusser, der katholische Klerus und auch noch ein bißchen der Liebe Gott!)
Na klar, da Gott immer Recht hat, hat auch Dominik Lusser immer Recht, dürfen Katholiken auch immer wieder Homosexuelle als falsch denunzieren, gestrauchelt, gescheitert, als krank und damit als zu heilende Geschöpfe bezeichnen.
An „intrinsischer“ Unredlichkeit und Niedertracht ist diese Pseudoargumentationskette kaum zu überbieten; denn letztendlich rechtfertigt sie die Erhebung über andere, die nicht so sind wie man selbst – und das hat der Liebe Gott so gefordert – und man soll, Wunder der christlichen Nächstenliebe (oh, was habe ich mich hier erst vertippt: der christluderlichen Nächstenliebe, habe ich geschrieben), den Falschen, Kranken, Gestrauchelten, Gottwidrigen auch noch Mitleid entgegenbringen.
Auf Ihr verlogenes Mitleid, Herr Lusser, pfeife ich einen Parademarsch!
Daß das Naturrecht zu nichts taugt, als die katholischen Abenteuerlichkeiten und den Herrschaftsanspruch des Klerus zu festigen, sei nur am Rande gesagt! Doch seit Benedikt XIV. der dieses krude Zeugs auch noch unter dem Beifall der christbesoffenen Abgeordneten im Bundestag verkünden durfte, ist die Naturrechtslehre wieder im Schwange – eine Lehre, die zuende gedacht, Tötungsphantasien im Völkermord an den Juden rechtfertigt. Man muß nur bestimmte Menschen und Menschengruppen als naturwidrig, damit als satanisch und Christen bedrohend identifizieren und wenn sie sich trotz Mitleid und Takt nicht doch beugen und unterordnen wollen, dann kann man auch zum letzten Mittel der Vernichtung greifen – was der Katechismus ausdrücklich erlaubt, wenn er die Todesstrafe gestattet, die dann ausgeübt werden darf, wenn die Menschen von den Delinquenten zutiefst bedroht werden.
Und bedroht werden die Christen und Katholiken wohl von der „Homo-Lobby“, diesem internationalen Schreckgespenst, daß auch Lusser wieder beschwört!

Natürlich, wir werden noch keinen expliziten Aufruf zur Vernichtung von den europäischen Christen zu hören bekommen; aus einem einzigen Grund – die auf der Aufklärung aufbauenden Rechtsordnungen bedrohen Figuren, die solche Forderungen vom Stapel lassen, mit Strafen wegen Beleidigung, Anstiftung zu Verbrechen u und Volksverhetzung.
Aber man versucht es schon: so hat der amerikanische Rechtsanwalt Matthew McLaughlin im Februar dieses Jahres eine Petition zur standrechtlichen Tötung von Homosexuellen in Kalifornien eingereicht. Wie absurd auch immer dieses Unterfangen scheinen mag; man wird es erneut lancieren – und es zeigt vor allem den erbitterten Wunsch der fanatischen Christen, Homosexuelle zu vernichten!
(Nebenbei verweise ich nur auf die Zustimmung afrikanischer Bischöfe zur Kriminalisierung von Homosexuellen.)
Soweit ist man in Europa noch nicht – jene aufklärerischen Hemmschuhe gebieten es erst einmal einen Umweg über die erneute Pathologisierung von Homosexuellen. Homosexuelle sollen wieder als krank bezeichnet werden dürfen. Mit der gleichzeitigen Behauptung, daß sie den Staat, die Sittlichkeit, natürlich die Kirche bedrohen – und mal wieder die Kinder – liegt die nächste Forderung nahe: die Zwangsbehandlung. Und die dritte Stufe, die draus konsequent abgeleitet wird ist die Kriminalisierung. Nicht umsonst weist auch Lusser gerne mal drauf hin, daß in vielen Staaten Homosexualität strafbewährt wurde und noch wird. Das heißt – Strafen für Homosexualität. Weitere Konsequenzen im Kampf gegen die „grassierende Homosexualität“ wären folgerichtig: Gefängnis, Lager oder letztendliche Vernichtung. So wird ein Schuh draus wenn Lusser fragt: „Wann reden wir über Homosexualität?“
Lusser will Homosexualität erneut problematisieren – er will daß über die „Schwulenfrage“ (an was erinnert mich das?) gesprochen werden soll!
Nach ein paar gezielten Schüssen auf Theologen, die endlich eine liberale Haltung zu Sexualfragen einnehmen, fährt Lusser in diesem Artikel mit seiner Tirade fort und führt als Kronzeugen für die Pathologie der Homosexualität eine Reihe christlich- windiger Psychologen und Psychotherapeuten an, deren Quacksalberische Bestrebungen schon lange bekannt sind: Stavros Mentzos, Elaine V. Siegel und die unermüdliche Venenärztin Christl Vonholdt, zum unguten Schluß auch noch den katholischen Psychiater Christian Spaemann, Sohn des ebenso katholischen Philosophen Robert Spaemann – und da haben wir die Corona der internationale Homo-Gegner.
Mein Blogger-Kollege Steven Milverton hat schon vor Jahren über die „Therapie-Experimente“ Spaemanns geschrieben und darauf hingewiesen, daß sie bei ihm Assoziationen an die Experimente von Carl Vaernet in Nazi-KZ erweckten. http://stevenmilverton.com/2008/09/michael-gerlach-und-christian-spaemann-beseitigen-das-schwulenproblem-endgultig/

Die erwähnten „Fachkräfte“ werden nicht müde, einen menschlichen „Normalzustand“ der Sexualität, des Begehrens und Gefühls auf der Basis ihres Glaubens zu postulieren und somit alles andere, das dem nicht entspricht – sprich schlicht: Man – Frau –Kinder- zu pathologisieren als z.B. ich-dyston und damit therapiebedürftig.
Dazu kommt noch, daß sie auf diese Weise homosexuelle Menschen als schwächere Charaktere identifizieren, eben nicht nur bemitleidenswert, sondern da sie aufgrund ihrer Schwäche auch anders agieren und reagieren, als potentielle Gefahren für die Gesellschaft (gemeint ist tatsächlich natürlich als Gefahr für die staatliche und vor allem kirchliche Norm).
Da die Psychiatrie und Psychologie schon lange nicht mehr von „Normalzuständen“ ausgeht, sondern von individuellen Befindlichkeiten und sich von Katholiken keineswegs mehr vorschreiben läßt, wie man wissenschaftlich und therapeutisch zu arbeiten habe, ist hier natürlich ein großer Einflußbereich der Catholica (oder wenn man will der theokratischen Christen) überhaupt geschrumpft. Das ist eine narzisstische Kränkung. Dominik Lusser, ehemaliger Mönch und junger Familienvater, wie er nicht müde wird, zu betonen, empfindet das als die Einschränkung einer machistischen und patriarchalen Macht. Da man im Kampf gegen den Feminismus und für die erneute Unterwerfung der Frau, längst verloren hat, sucht man sich nun ein anderes Schlachtfeld und neue Gegner: die Homosexuellen und stilisiert nicht bloß zu Kranken, sondern zur realen Gefahr. Weswegen ja auch unser lieber Freund Andres Laun wie ein beschwörender Schamane dauernd vor der Homosexualisierung der Gesellschaft warnt! (Neben bei bemerkt – Armut, Umweltzerstörung, neo-liberale Wirtschaftspolitik und das Erstarken von fanatisch Religiösen werden als bedrohliche Phanomene gar nicht wahrgenommen: die alte paulinische Sexualpathologie erkennt gesellschaftliche Gefahren nur im Genitalbereich der Menschen; wer ist hier therapiebedürftig – heißt eigentlich aufklärungsbedürftig? Aber gegen Aufklärung und damit für Volksverdummung kämpfen ja u.a. die „besorgten Eltern.)
Im gleichen Sinne warnt auch Dominik Lusser davor, daß die „Nicht-Diskussion“ über Krankheit oder Gefährlichkeit der Homosexualität zu „britischen Verhältnissen“ führen könne. Will heißen, wenn man keine Homosexuellen mehr als diskriminieren dürfe (denn nichts anders wollen diese Leute, nicht „heilen“, was ja ohnehin ein absurdes Unterfangen ist),dann ist natürlich das Christentum bedroht, diese Religion der Menschenliebe und Ausgrenzung! – Wie ja alle Religionen nur durch Ausgrenzung und Abgrenzung sich als machtvoll und wahr stilisieren können!

Aber es geht dem Katholiken Lusser natürlich noch um viel mehr als bloß die Bekämpfung der Homosexualität, die ja immer in letzter Konsequenz die Bekämpfung der Homosexuellen ist. (So wie die abstrakte „Bekämpfung des Judentums“ in der realen Ermordung von Juden gipfelte!)
Lusser beschwert sich darüber, daß auch kirchliche Stimmen verlauten lassen: „es sei letztendlich der Entscheid jedes Einzelnen, wie er seine Sexualität auslebe!“
Das geht natürlich nicht – Herr über die Sexualität und die Gefühle ist natürlich die Kirche (Gott hat da auch noch was zu sagen, aber nicht soviel wie der Klerus und Menschen wie Lusser, die in den Unterhosen und Bettlaken der anderen die Oberhoheit nicht verlieren wollen). Darum geht es: die Selbstbestimmung des Menschen in Fragen der Sexualität, der Fortpflanzung, des Sterbens – und auch in Fragen der gesellschaftlichen Ordnung, der Politik!
Hier ganz tief, an den Geschlechtsorganen der Menschen und ihrer Lust, setzt Lusser an, setzt die Catholica an, setzen die neorechten und braunchristlichen Bewegungen an (siehe Lebensschützer), um die Aufklärung zurückzudrehen. Wer seinen herbei phantasierten Gott als Herr über Leben und Tod postuliert (und damit sich selbst als Verkünder und Interpret angeblich gottgebener Gesetze), der will normieren und herrschen.
Wenn also Lusser nach erneuter „Diskussion der Schwulenfrage“ ruft, dann bewegt er den Hebel der Normierungsmaschinerie des christlichen Totalitarismus. Die Homosexuellen sind die letzte große gesellschaftliche Gruppe, die erst gerade dabei ist, sich die Freiheits-und Menschenrechte zu erobern. Indem man sie zu Kranken erklärt, besteht auch die Möglichkeit, sie unter Quarantäne zu stellen, wenn sie angeblich die Gesellschaft gefährden. Darum holen die Homogegner der Catholica auch immer wieder die niederträchtige Gleichsetzung von Homosexualität und Pädophilie aus dem Munitionskasten.
Und so ist Lusser als ein Gegner der Menschenrechte á la Laun zu verstehen – der hat erst jüngst verkündet: es gebe kein Menschenrecht auf Homosexualität – also eigentlich das Ausleben seiner Gefühle! (Und recht eigentlich damit auch kein Menschrecht auf die eigene Sexualität, seine Lust, sein Gefühl! Das gilt dann auch für Menschen aller anderen Sexualitäten!)

Noch sind es aber die Menschenrechte und die auf ihnen basierenden freiheitlichen Gesetze und Grundrechtsordnungen vieler Staaten, die diese antidemokratischen und theokratischen Schreier daran hindern weiterzugehen. Was mit solchen Diskussion beginnt, endet vor den Kameras etwa der Isissoldaten, wenn Mißliebigen der Lebensfaden abgeschnitten wird. Deshalb könne Sie frohlocken, Herr Abu Ala Afri, die Christen sind auf dem besten Wege…

Nein, ich lasse Sie nicht mehr über mich diskutieren Herr Lusser, ich lasse mir von Ihnen nicht mehr einreden, ich sei krank und bedürfe der Heilung , denn dann folgt auch zwangsläufig die Behauptung, ich wisse nicht, was gut für mich sei und müsse dazu gezwungen werden. Und das ist die Vernichtung meines Selbst – das Sie leugnen, Lusser, Ehemann, Familienvater, Philosoph… Sie leugnen die Individualität der Homosexuellen und führen dagegen Ihre persönliche Zwangsnormalität, die Überindividualität Ihrer Heterosexualität an.
Wer drängt hier auf, wer ruft zum Kampf, wer will kreuzugsartig seinen Glauben, seinen Gott, seine eigene Befindlichkeit zur Norm machen? Sie und Ihresgleichen Herr Lusser.
Sie müßten sich im ISIS-Staat sehr wohl fühlen!

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